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Horror-Empfehlung mit Einwand
• • • •   (bewertet mit 4 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Die große Adventure-Grusel-Box - Limited-Box-Edition (Computerspiel) Diese Limited-Box-Edition beinhaltet die drei Spiele je in einer Amaray. Es handelt sich um 2 DVD-ROMs und eine CD-ROM in einem Pappschuber. Die normale Gruselbox hingegen wird in einer einfachen Amaray vermarktet. Inhaltlich sind die jedoch identisch. Ich versuche das Wesentliche hier kurz zusammenzufassen:

1) Installation/Steuerung: Alle drei Spiele lassen sich problemlos unter XP und VISTA installieren. Die neusten Patches sind bereits vorhanden (sofern vorhanden), daher kann man sofort loslegen. Scratches und SCARE laufen einwandfrei. Vampire World dagegen neigt zu Abstürzen, zusätzlich ist das Spiel verbugt (es fängt bei fehlerhaften Icons an und hört bei fehlenden Texten auf). Leider wird hier kein Patch angeboten.
SCARE und Scratches werden mit der Maus gespielt (letzteres kann auch mit der Tastatur gesteuert werden). Es handelt sich um Egoperspektiven ala Myst. Allerdings bietet nur Scratches einen 360° Rundumblick, SCARE nur einzelne Bilder. Vampire World wird mit Maus und Tastatur gesteuert.

2) Scratches DC: Tauchen sie ein in das mysteriöse Abenteuer von Michael Arthate, einem Grusel-Roman-Schriftsteller, der einen neuen Bestseller schreiben will. Um sich inpirieren zu lassen, kauft er ein altes verlassenes, viktorianisches Haus, in dem vor Jahren ein grauenhafter Mord stattfand und entdeckt ein Geheimnis, welches ihn fast verrückt werden lässt. Mehr sollte man nicht verraten, um dieses tolle Spiel zu genießen. Die Grafik ist sehr gut gelungen und per Gamma-Korrektur lässt es sich optimal einstellen. Die Synchro ist fabelhaft, der Soundtrack und die Geräusche passen wie die Faust auf's Auge und unterstreichen den Gruselfaktor der düsteren und beängstigenden Atmosphäre einer wirklich tollen und originellen Story. Die Story beantwortet zwar zum Ende einige Fragen, aber vieles bleibt auch ein Rätsel - wie bei einem guten Horror-Fim. Michaels Gedanken sind allerdings nicht "Gesprochen" sondern nur in Textform, die Sprachausgabe hält sich da an die Realität, nur wenn Micheal mit jemanden spricht, ist er auch zu hören. Leider gibt es nicht viele Animationen, die vorhandenen sind wundervoll anzusehen. Der DC bietet nun auch ein Tagebuch, wo man Michaels Erfahrungen nachvollziehen kann und sich Tipps holen kann (neben einem noch umfangreicheren Hilfesystem). Ob man im Spiel voranschreitet erkennt man an der Uhrzeit. Sterben kann man nicht, dennoch packt einen die Stimmung und hier und da wird man sich auch erschrecken, obwohl viele Horrorelemente eher psychisch sind und nur wenige Schockelemte vorhanden sind. Viele "komische" Seiten und Anspielungen können einen entgehen, wenn man bestimmte Sachen nicht ausprobiert. Außerdem hat das Spiel ein alternatives Ende, das man durch zwei Aktionen einläuten kann. Kleinere Abzüge gibt es für die anstrengende Navigation (um Sachen herumlaufen, genauen Punkt treffen, drehen, etc.), die Suche nach bestimmten Gegenständen und Ausgängen ("Pixel-Jagd"), für die unklare Aufgabenstellung und natürlich die kurze Spielzeit. Die letzten beiden Punkte sind verbunden. Weiß man was zu tun ist, kann das Spiel in ca. 10-12 Std. geschafft werden, sonst sucht man sich vielleicht "dumm & dämlich", obwohl man nur einen z.B. Anruf hätte machen müssen. DER LETZTE BESUCH ist ein Zusatzkapitel, das separat gestartet werden kann. Sechs Jahre nach den Ereignissen (original Ende im Hauptspiel) sucht ein Reporter die Wahrheit über das was geschah. Hier ist die Sprachausgabe komplett (auch Gedanken werden gesprochen). Allerdings hat sich der Herausgeber zu sehr selbst gelobt. Anstatt 2Std. beträgt die Spieldauer eher zwischen 10 und 30 Minuten. Allerdings erfährt man hier noch einige Details über ungelöste Fragen. Natürlich entstehen auch wieder neue. Ein rundum gelungenes Spiel, das richtige für Fans der Genres Adventure und Horror. Auf die USK 16 sollte man aber achten. 4,5 Sterne

3) S.C.A.R.E. oder auch Ghost in the Sheet ist eine verhältnismäßig kleinere Produktion in Sachen Adventure. Nach einem Autounfall ist John tot, kann aber nicht ins Jenseits. Sein "Boss" erzählt ihm, dass es vielen Seelen so geht und beuaftragt ihn mit der Ermittlung dieses Falls. Scare kann weder mit großen Grafiken noch mit großen Sounds auftrumpfen. Die Grafik ist technisch veraltet und die Schauplätze sind leblos. Selbst Zwischensequenzen sind aneinandergereihte Bilder. Synchro und Dialoge sind da, sind aber teilweise falsch ebetont. Die Story ist originell und hat einen roten Faden, entpuppt sich aber beim genaueren Betrachten als banal. Es handelt sich nicht wirklich um ein Grusel-Adventure mit Schockelementen oder psychischer Spannung, sondern um eine düstere Geschichte über und mit Geistern. Allein hier hätte man wahrscheinlich schon enttäuscht sein müssen - dem war aber NICHT.
Auch wenn das Spiel eher "einfach" gehalten ist, macht es ungeheuren Spaß. Hier werden keine Utensilien gesammelt. Man ist ein Geist und kann auch nichts einstecken oder über Schauplätze hinweg ziehen. Stattdessen erlernt man immer neue Fähigkeiten wie Telekinese, Geisterhauch oder Exorzismus und muss damit seine Umgebung steuern. Die Rätsel pendeln zwischen leicht und mittelschwer, sie sind aber zahlreich vorhanden und sehr abwechslungsreich. Es gibt 4 Minigames. Eins macht richtig Spaß, das andere ist kein großes Problem, das dritte braucht etwas Nerven und Übung und das vierte ist ein Minigame während des Abspanns, man kann es also auch sein lassen. Wichtig: hier bracuht man wieder Stift und Papier, da die meisten Rätsel mit z.B. Nummern und Namen notiert werden müssen, sonst läuft man hin und her um zu fragen oder zu schauen. Man steckt eigentlich nie fest und kommt zügig voran. Die Faszination an Scare ist wirklich schwer zu erklären. Wirklich gestört haben mich eigentlich nur die nicht-animierten Zwischensequenzen. Auch hier ist man dadurch schnell durch (ca. 8Std. habe ich gebraucht). Sehr empfehlenswert für wahre Zahlen- und Schalter-Rätselfreunde, die auf der Suche nach Horror oder Grafikgenüssen sind werden enttäuschst sein. 3,5 Sterne

4) Vampire World - Port of Death ist ein Mischung aus Action-Rollenspiel und Adventure, so sagt es zumindest der Hersteller. Die Adventure-Elemente sind jedoch spärlich vorhanden. Meiner Meinung nach ist dieses Spiel fehl am Platz bzw. in der Box. Die Geschichte? Nun, ein Vampirjäger wird ermordert und DU als Bernard leitest die Untersuchung. Mehr kommt aus der Story nicht heraus. Im Stile von "Lara Croft" rennt man nun wahllos herum, sammelt Gegenstände und kämpft rundenbasiert mit Vampiren. Leichter gesagt als getan. Das Handbuch enthält keine nützlichen Informationen, man muss alles selbst herausfinden. Missionen sind nicht klar beschrieben, Kämpfe schwer zu bestehen, die Steuerung klobig, man rennt ewig herum und weiß nicht was man tun soll und wie oben erwähnt sind noch zahlreiche andere technischen Probleme vorhanden. Die Grafik ist nicht wirklich schlecht, bedenkt man die Sys.-Voraussetzungen, aber unheimlich monoton und zu dunkel gehalten. Damit meine ich nicht düstere Atmosphäre, sondern man erkennt einfach kaum was. Sound-Technisch ist das Spiel eine Katastrophe. 1 oder 2 Musikstücke dödeln die ganze Zeit. Sprachausgabe, Kampfgeräusche oder Effekte - Fehlanzeige. Dieses Spiel hätte bestimmt Potential als Vampirjäger-Rollenspiel gehabt, aber es ist vollkommen unausgereift und die Motivation sinkt nach einer Stunde gen Null. Es gehört einfach nicht in eine Adventure-Box und kann hier eher als ein kleiner Bonus angesehen werden. Sterne: 2

5) Apropos Bonus: Auf der DVD-ROM von Scratches findet man manuell (über das Instal-Menü nicht anwählbar) noch einen Ordner mit einem Bonus-Demo: Hanf Baron XS Demo. Naja, wer's mag :P

Fazit: Wer wirklich Horror-Adventure spielen möchte, sollte sich überlegen NUR Scratches DC günstiger zu kaufen. Ist man jedoch ein Rätsel-Fan und stört sich auch nicht an "Stillleben" im Spiel, dem sei diese günstige Komplettbox mit Scratches und SCARE nahegelegt. Vampire World kann man ja testen und ggf. verschenken. 4 Sterne.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 19. August 2009
Kundenrezensionen:
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